Margarete Lindemann, Bäckerei

1939 war ich gerade 20 Jahre alt, aber ich kann mich noch an die Bäcker erinnern, die es damals in Schüttorf gab. Da war die Bäckerei van der Veen an der Ecke Föhnstraße/Schevestraße, wo heute das Möbelgeschäft Wendland ist. In der Mauerstraße gab es die Bäckerei Palthe, in der Föhnstraße die Bäckerei Wensing und die Bäckerei Schlichtenhorst. Am Ende des Marktplatzes war die Bäckerei Albers, vorher Dietrich Maschmeyer und dann Lübke. Im Singel die Bäckerei Rahe und in der Jürgenstraße die Bäckereien Egbrinkhoff und Hauser. In der Steinstraße waren die Bäckereien Lindemann und Schevel und an der Fabrikstraße war Schulte. Vor der Bahn Holthaus und hinter der Bahn war Sundag und Wolters. Dann hatten wir auf dem Kempersesch noch Sundag – ist ja heute noch da – und Carl Hauser.  Alle Bäckereien, außer uns, hatten nebenbei ihren Kolonialwarenladen, den so genannten „Tante Emma-Laden“. Wir verkauften zu unseren Backsachen aber nur Kaffee, Tee und sehr viel Pralinen, Schokolade und das „Danziger Goldwasser“, sowie andere Liköre, wahrscheinlich von der Likörfabrik Zevenhuizen in der Jürgenstraße.

 

1939 war ich schon mit meinem späteren Mann Hanns Lindemann verlobt, der neun Jahre älter war. Als ich in diesem Jahr aus dem Arbeitsdienst zurück kam, habe ich am gleichen Tag nachmittags im Geschäft meiner Schwiegereltern geholfen. Das machte mir wohl auch Spaß. Bei Lindemann wurde damals noch sehr viel Brot gebacken. Das runde Brot, das gibt es ja heute noch, hieß damals runder Stuten und kostete 60 Pfennig. Dann hatten wir das eckige Brot, das war ein Dreipfundbrot, aber ich weiß nicht mehr, was das kostete. Wir backten auch ein Hannoversches Gerstenbrot, das war mit natürlichem Sauerteig gebacken. Das wollten sehr viele Kunden. Und dann natürlich die ganzen Weißbrotsorten, wie Milchweißbrot, Kastenmilchweißbrot oder Franzbrot. Das wurde gerne von den Bauern gekauft und zwar meist am Montag. Denn montags nach einer Taufe kamen bei den Bauern die Nachbarn zur Visite. Die kriegten dann noch den Rest vom Weggen. Wenn das nicht reichte, wurde dieses große Franzbrot aufgeschnitten und mit Butter und Käse belegt. Das Franzbrot war ein reines Weizenbrot und leicht süßlich. Sehr lecker. Dann hatten wir natürlich Rosinenbrot, Korinthenbrot und Korinthenstütchen. Als Brötchen gab es damals nur die harten Brötchen, die Mohnbrötchen und die Milchbrötchen. Mehr gab es damals nicht. Bei vielen Schüttorfern gab es zu der Zeit nur Zwieback und Tee zum Frühstück, also haben wir auch viel Zwieback verkauft.

Tortenstücke liefen in Schüttorf nicht

Klar gab es bei uns auch Kuchen. Butterkuchen, Bienenstich, Apfelkuchen, Pflaumenkuchen, Hefekränze, Hefezöpfe kamen bei uns erst aus der Bäckerei und später aus der Konditorei. Damals bestellt man bei uns so: „Ik woll gerne n paar Törtkes hebben.“ Törtchen waren aber keine kleinen Torten, sondern eher Teilchen wie Mohrenköpfe, Kringel, Obsttörtchen oder Cremeschnittchen. Windbeutel gab es nur, wenn sich die Sahne schlagen ließ. Es war damals noch schwierig mit der Sahne, das klappte nicht immer, nur wenn es draußen kalt war. Sonst wurde die nicht steif, da musste man mit Gelatine nachhelfen und das war dann nicht so lecker, das mochten die Kunden nicht so gerne. Torten gab es bei uns damals nur auf Bestellung, meist wurden Buttercremetorten bestellt, Mokkatorte, Schokoladenbuttercremetorten oder einen Frankfurter Kranz natürlich. Es lohnte sich nicht in Schüttorf, geschnittene Torten anzubieten. Ein Stück Torte kauften die Schüttorfer nicht, aber wenn sie mal nach Nordhorn oder Rheine zum Einkaufen fuhren, führte sie ihr erster Gang nicht selten ins Café und da wurde natürlich auch ein Stück Torte gekauft. Nur nicht in Schüttorf, das sollten wohl die anderen Leute nicht mitbekommen. Zu der Zeit kannte ja in Schüttorf noch jeder jeden.

 

Unsere Bäckerei hatten wir in einem Extra-Gebäude hinten im Hof. Da war unten die Backstube mit einem großen aufgemauerten Backofen, der mit Briketts beheizt wurde. Die Briketts wurden damals immer waggonweise bis zum Bahnhof geliefert. Das war billiger und wir hatten auch einen hohen Verbrauch. Es dauerte dann einen ganzen Tag, bis wir mit den eigenen Leuten die Briketts vom Bahnhof zu uns in den Keller geschafft hatten. Gottseidank hatten wir einen großen Keller. Das Haus an der Steinstraße war nämlich ganz unterkellert, da lagerten wir auch noch Holz, was sich später, als die Kohlen knapper wurden, als vorteilhaft erwies. In der eigentlichen Backstube standen zwei Knetmaschinen, die Brötchenpresse, die Anschlagmaschine für die Biskuitmasse – also für die Tortenböden – zwei große breite Backtische mit je einer Waage darauf und noch eine Brotschneidemaschine. Über der Bäckerei war der Mehlboden. Das Mehl wurde von außen mit einer Winde hochgezogen. Unsere Mehllieferanten waren damals Ossegge in Rheine – der hatte die Mühle direkt an der Ems – Bergel in Schüttorf und dann Rothkötter in Leschede.

Der Krieg war ein hartes Brot

Wir hatten damals zwei Gesellen, die auch mit im Hause wohnten. Das war ja so üblich, auch den anderen Bäckereien. Dann am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Schon 1 Woche vorher wurden bereits Lebensmittelkarten ausgeteilt. Nun hatte jeder Haushalt seine Karten und ab Kriegsbeginn – ich glaube, dass der 1. September ein ein Montag war – konnten die Kunden nur noch mit Brotmarken einkaufen. Auf den Karten gab es 50 Gramm Abschnitte, 100 Gramm Abschnitte sowie Pfundabschnitte. Soviel ich noch weiß, gab es extra Abschnitte für Weißbrot und Fett . Also ab diesem Montagmorgen war alles ganz anders. Da wurde die Schere zu einem wichtigen Instrument. Die musste man immer zur Hand haben und aufpassen, dass man nicht zu viel abschnitt und auch nicht zu wenig. Einige Haushalte kamen natürlich mit ihrer Brotration nicht aus, da wurde schon mal mit einem Brot „nachgeholfen“. Soviel Spielraum hatte man noch, dass man das konnte. Abends wurden die Brotmarken sofort sortiert, sonst wäre man gar nicht dagegen angekommen. Die Marken wurden aufgeklebt und man brachte sie einmal in der Woche zum Rathaus . Da saßen damals Frau Wieferink und Frau Hertel und überprüften die Sachen noch einmal. Dann bekamen wir für die eingereichten Brotmarken unsere jeweiligen Bezugscheine. Für Mehl, für Fett und für Zucker gab es Nährmittelbezugsscheine und die gaben wir dann an unsere Lieferanten weiter und erhielten dafür unser Mehl usw. Alles war ja zugeteilt. Das klappte zu Anfang eigentlich ganz gut.

Das war im Jahr 1939. Ich weiß noch, dass wir zu Weihnachten noch einige Vorräte hatten. Mein Mann konnte damals noch Marzipan modellieren. Wir hatten noch Rohmasse da und haben zu Weihnachten Spekulatius gebacken. Das Gewürz kam ja immer aus Zwolle in Holland, auch davon war auch noch ein Teil da. Aber mit der Zeit wurde es jedoch immer schwieriger, Nährmittel zu bekommen. Was immer noch gut ging das war Butterkuchen. Da brauchten wir 100 Gramm Mehl – das weiß ich auch noch ganz genau – 50 Gramm Fett und 50 Gramm Zucker. Diese Nährmittel gab es fast immer. Und Butterkuchen haben wir eigentlich bis zum Kriegsende machen können.

Zwangsarbeit mit Familienanschluss

Dann kam das Jahr 1940, da wurden ja Holland und die Beneluxländer überfallen. Eine Abteilung der Waffen SS hatte vorher schon lange in Schüttorf gelegen. Die wurden in der Nacht zum 10. Mai zusammengetrommelt. Dann fielen die in Holland ein. Jetzt befanden wir uns im Krieg mit Holland, Belgien. Da gab es natürlich auch Kriegsgefangene. Und unter den Kriegsgefangenen waren auch Handwerker, die wir gut gebrauchen konnten. Denn es fehlten ja die Männer, die zur Wehrmacht eingezogen waren. Vor allem Handwerker. Da konnte man sich z. B. bei der Bäckerinnung melden, dass man jemanden braucht. Das haben wir auch gemacht und am 7. Oktober 1940 wurde uns einer zugewiesen. Mein Schwiegervater hatte Geburtstag, als sich ein Holländer bei uns als Harry Fischer vorstellte. Er war ein junger Mann, unverheiratet, so 25 Jahre alt. Er machte einen sehr guten Eindruck und behauptete, ein gelernter Bäckergeselle zu sein. In Wirklichkeit hatte er aber wohl noch in Holland nie eine Backstube von innen gesehen, denn eigentlich war er Techniker am Flughafen Schiphol. Das hat er uns aber hinterher alles erzählt. Aber Harry Fischer hatte vorher schon sechs Wochen in Neuenhaus in einer Bäckerei gearbeitet. Also verstand er schon, Brot aufzumachen, Er hat später gesagt, er hätte sich jeden Handgriff genau angesehen. Unseren Männern ist nicht aufgefallen, dass er gar keine Bäckerlehre gemacht hatte. Harry Fischer war bei uns gut untergebracht und fühlte sich ganz wohl. Er war wirklich ein netter Junge und gehörte bald ganz eng zur Familie. Diese Freundschaft hat bis zu seinem Tode gedauert.

 

Harry Fischer durfte damals übers Wochenende nach Hause fahren. Er wohnte gleich hinter der Grenze in irgendeinem kleinen Dorf. Er fuhr dann am Sonnabend nachmittags weg und kehrte Sonntags abends um 22 Uhr wieder zurück. Das ging auch immer gut. Als er schon ein bisschen länger bei uns war, kam er auch mal mit einem vollen Koffer zu uns. Er merkte nämlich, dass bei uns manches fehlte.

Das Kriegsende kam mit englischen Panzern

Am 4. April 1945 fiel eine Brandbombe neben uns auf das Haus Egbringhoff. Bei uns waren alle Scheiben kaputt, auch die großen Schaufensterscheiben. Wir hatten nur noch ein heiles Dachfenster. Wir hielten uns nur noch im Keller auf, sind dann in den Kirchturm gegangen, als der Beschuss schlimmer wurde. Noch in der gleichen Nacht, während einer Feuerpause, hat mein Schwiegervater uns zum Waldschlösschen gebracht. Dort lebte damals Onkel Ernst, der Bruder meiner Schwiegermutter. Wir hatten im April 1945 ein wunderschönes Frühlingswetter. Es war warm, am anderen Tag spielten meine Kinder schon auf der Wiese. Am nächsten Tag hörten wir, dass auf dem Kirchturm zwei Männer die weiße Fahne gehisst haben. Alle wussten genau, wer sie gehisst hatte, aber jeder tat so, als hätte man keine Ahnung. Es wäre ja auch gefährlich gewesen, wenn die Deutschen Truppen noch mal zurück gekommen wären. Aber die weiße Fahne war da und mein Schwiegervater holte uns sofort zurück. Denn man musste ja mit dem Engländer rechnen, der wohl einrücken würde.

Wir saßen also bei uns im Luftschutzkeller und mittags so gegen vier Uhr hörten wir ein ganz komisches Geräusch, als wenn es heftig hageln würde. Das waren die ersten Panzer, die nach Schüttorf kamen. Ich weiß nicht, wie die dann über die Vechte gekommen sind, denn beide Vechtebrücken waren ja gesprengt. Die Pioniere der Engländer müssen die schnell wieder in Ordnung gebracht haben. Die Panzertruppen blieben nicht in Schüttorf, die sind dann gleich weiter gezogen. Der Krieg war ja auch nicht überall zu Ende, wohl aber in Schüttorf.

Fast jeden Tag waren andere englische Truppen in unsere Stadt. Bis dann auch die Schotten kamen. Das war in dieser schlimmen Nacht von Sonnabend auf Sonntag, wo soviel in Schüttorf passiert ist. Da wurde der Schwiegervater meiner Schwester in meinem Elternhaus am Gartenkamp ermordet. Und es wurde so viele Frauen vergewaltigt. Damit hatten wir nicht gerechnet, sondern immer gesagt, Gottseidank die Engländer kommen und nicht die Russen. An dem Abend saßen in der Küche am langen Tisch und hatten eine Kerze an. Strom hatten wir nicht. Immer wieder kamen Schotten in die Küche und forderten Schnaps. Wir hatten aber keinen Schnaps im Haus. Dann kamen zwei andere Schotten, die ganz wütend wurden und mich in den Keller zerren wollten. Da wurde mein Schwiegervater dermaßen böse, dass er anfing laut auf Plattdeutsch zu schimpfen. Die Schotten hielten inne und fragten: „Netherlands?“ Ich antwortete: „Yes“. Da ließen sie von mir ab und verschwanden. Wir sind danach nicht mehr belästigt worden. Ich hatte sehr viel Glück gehabt, denn hinterher haben wir ja gehört, was da in der Nacht so alles passiert.

Am anderen Morgen zogen die Schotten mit Dudelsackmusik durch die Kirche und verließen anschließend Schüttorf. Aber kurz darauf kamen anderen Truppenteile und dann wieder der nächste Schub, so ging das die nächsten Tage weiter. Wir haben dann die Woche darauf, als nicht mehr geschossen wurde, nur aufgeräumt. Am Ende der Woche kam Onkel Werner Tibbe. Er war Tischler, und ich weiß nicht, wo er das Fensterglas herbekommen hat. Jedenfalls hatten wir nach zwei Tagen die Front wieder zu. Das war gut. Man konnte die Tür wieder abschließen. Aber während der Reparaturarbeiten hatte noch jemand schnell das Rad von Onkel Werner geklaut. Das war dann weg. Deshalb waren wir so froh, dass wir den Laden und das Haus wieder abschließen konnten. Denn es wurde immer wieder furchtbar geplündert. Auch von Frauen. Das haben die Schüttorfer Frauen sicher aus reiner Not gemacht. Die Soldaten hatten ja alles mitgenommen, was zu Essen da war. Bei uns gab es nichts, da war nichts mehr zu holen. Aber bei anderen scheint noch viel gewesen zu sein. Das war dann aber später auch alles weg, da konnte man nicht viel gegen machen.

Der Frieden brauchte unser Brot

Schon wenige Tage nach dem Kriegsende in Schüttorf fuhr der damalige stellvertretende Bürgermeister Verwold zusammen mit dem englischen Stadtkommandanten durch Schüttorf und haben sich die Stadt angeschaut. Es gab ja so einiges an Schäden. Zum Beispiel in der Windstraße, da waren ja viele Häuser zerstört, das Rathaus war vollständig ausgebrannt und auch einige Häuser am Marktplatz lagen durch das Bombardement in den letzten Kriegstagen in Schutt und Asche. Herr Verwold kam auch zu uns und fragte, ob wir noch Mehl hätten und wie es mit Kohle wäre. Es gäbe wieder Strom und die Bevölkerung brauchte Brot. Wenn es irgendwie ginge, sollten wir doch wieder backen. Mehl hatten wir noch, aber mein Schwiegervater sagte: „Kohlen sind auch noch da, aber da könnten wir wohl noch was brauchen.“ Herr Verwold teilte ihm daraufhin mit, dass noch Kohlen bei Schümers Fabrik an der Nordhorner Straße liegen würden. Aber wenn wir die Kohlen holen wollten, müssten wir uns das von der Kommandantur genehmigen lassen. Die Kommandantur war im Haus vom Fabrikanten Kröner in der Steinstraße untergebracht. Dann sagte er zu mir: „Frau Lindemann, gehen Sie da doch hin und beantragten einen Bezugschein. Den bekommen Sie ganz bestimmt, wenn Sie sagen, dass Sie eine Bäckerei haben. Aber nehmen Sie auf jeden Fall jemanden mit“. Ich habe dann Elisabeth Lammering gefragt, ob sie mitkommen würde. Sie wohnte gleich bei uns um die Ecke und mit ihr konnte man Pferde stehlen. Die sagte natürlich gleich: „Sicher gehe ich mit“.

Schlammkohle und mutige Frauen

Nun zogen wir beide los und klingelten bei Kröners. Der ältere Bruder von Herrn Kröner, der sonst in Berlin lebte, öffnete die Tür und fragte auf Plattdeutsch: „Wichter, woar will i henn?“ Ich antwortete, dass wir zum Kommandanten wollen, weil wir Kohle zum Backen brauchen. Aber er warnte uns: „Goaht doar nich in, datt iss nen ganz geföhrliken“. Das meinte der wirklich ernst. Aber wir ließen uns dadurch nicht abschrecken. Jedenfalls klopften wir an die Tür des Kommandanten und sie wurde uns aufgemacht. Da stand nun dieser gefährliche Mann vor uns. Er war groß und kräftig. Aber er würdigte uns keines Blickes, sondern verwies uns gleich an den Dolmetscher. Also wir konnten dann auf Deutsch unser Anliegen vortragen. Und: Wir bekamen den Bezugschein.

Wir zogen dann mit dem Handwagen und zwei Schüppen zu Schümers Fabrik. Vorbei an vielen englischen Soldaten, denn die befanden sich ja noch auf dem Vormarsch. Die Kohlen bei Schümers Fabrik wurden natürlich von zwei bewaffneten Soldaten bewacht. Da gaben wir unseren Bezugsschein ab und konnten unseren Wagen beladen. Die Kohle sah aber ganz merkwürdig aus. Dann machten wir uns auf den Rückweg, wieder vorbei an all diesen Soldaten. Auf einmal fing Elisabeth Lammering laut und deutlich an zu singen: „Jung Siegfried war ein stolzer Knab’, zog von des Vaters Burg herab“. Ein Lied, das wir damals in der Schule gelernt hatten. „Sing doch mit“, forderte sie mich auf. Ich weigerte mich und antwortete: „Nee, ich habe angst, gleich schießen die“. Man wusste ja gar nicht, was da so nachkam. In diesen Tagen musste man ja mit allem rechnen. Aber wir kamen unbehelligt mit den Kohlen bei uns an. Mein Schwiegervater warf einen Blick auf unsere Ladung und sagte: „Datt Tüch kann ik nich gebrukken, datt is ja Schlammkölle“.

Einen zweiten Wagen brauchten wir erst gar nicht erst mehr holen. Also haben wir unsere Briketts geopfert und einen Ofen ganz voll Brot gebacken. Das hatte sich gleich rumgesprochen. Am anderen Tag standen schon die Leute vor der Tür. Als das Brot fertig war, haben wir den Laden aufgemacht. Schnell waren alle Brote weg. Denn wir haben sie ohne Geld und ohne Marken und die Schüttorfer verteilt. Wir hatten ja auch das Mehl ohne Geld bekommen. Die Leute waren natürlich glücklich. Das haben wir dann so noch zwei oder drei Tage lang gemacht, dann war das Mehl auf. Wir haben zwar weiter gebacken, bekamen aber Mehl nur noch auf Bezugschein. Da haben wir Brot nur noch auf Karten abgegeben.

Weizenmehl war damals sehr schwer zu bekommen. Meist bekamen wir nur Maismehl als Ersatz. Aber damit konnte man ja auch backen, selbst Weißbrot oder Roggenmischbrot. Aber das war dann ein schweres Backen. Das war schon eine anstrengende Kunst, aus diesem Mehl ein vernünftiges Brot zu machen. Aber die Leute brauchten ja etwas zu Essen. Und es herrschte ja überall Knappheit, nicht nur beim Brot. Die Leute, die einen Garten hatten und Kartoffeln oder Gemüse ernten konnten, waren schon etwas besser versorgt. Das waren ja Gottseidank in Schüttorf viele. Und nicht wenige hatten auch noch eine Ziege oder zwei Schweine im Stall, manch einer sogar eine Kuh. So gesehen war die Versorgungslage in Schüttorf eigentlich noch recht gut. Deshalb kamen später sogar die Leute aus dem Ruhrgebiet hierher, um sich Lebensmittel zu besorgen.

Aus der Kriegsgefangenschaft in die Backstube

Im Mai 1945 war der Krieg endlich vorbei und die ersten deutschen Gefangenen kamen schon zurück. Von meinem Mann hatten wir aber immer noch nichts gehört. Wir hofften, dass er nicht gefallen oder in russische Gefangenschaft geraten war. Jeden Tag hofften wir auf seine Rückkehr, aber es passierte nichts. Dann aber, am 23. Juni 1945, erzählte mir eine Kundin, Frau Zeuner: „Ich glaube, ich habe deinen Mann gesehen. Ich meine, dass er es war. Der saß auf dem Lastwagen. Die sind nach Bentheim gefahren weitergefahren.“ Ich mochte es kaum glauben, war aber furchtbar aufgeregt. Dann tatsächlich, eine halbe Stunde später, ging das Telefon und mein Mann war am Apparat: „Ich bin als Landwirtschaftlicher Bäcker entlassen. Wenn du kannst, hol mich ab.“ Er hatte also den Krieg überlebt. Ich habe mich dann sofort aufs Fahrrad gesetzt und bin durch den Wald Richtung Bentheim gefahren. Auf halben Wege, beim Waldbauern, haben wir uns getroffen, denn auch er wollte nicht mehr warten und ist mir entgegen gekommen. Das war wohl einer der glücklichsten Tage meines Lebens.

Endlich hatten die Kinder ihren Vater wieder. Aber noch am Nachmittag sagte mein Schwiegervater zum Heimkehrer: „Komm mit in die Backstube. Ich will dir die ganzen Bücher übergeben. Ich kann nicht mehr“. Mein Schwiegervater hatte ja Bauchspeicheldrüsenkrebs im Anfangsstadium und ist schon Anfang 1946 verstorben.

Torten für die Polen

Die Engländer zogen schon bald ab. Ich weiß nicht, wann das genau war,. Jedenfalls hatten wir dann eine polnische Besatzung. Die Offiziere der Polen hatten die Villa Rost an der Bentheimer Straße beschlagnahmt. Adolf Rost war noch nicht wieder aus dem Krieg zurückgekehrt. Seine Familie wohnte dann oben bei den Kröners. In Schüttorf erzählte man sich, dass die Polen es in der Villa wohl hoch her gehen lassen würden. Es soll auch viel Alkohol im Spiel gewesen sein. Wir hatten unseren Garten gleich neben der Villa Rost, wo jetzt die Tankstelle ist. Wenn wir dann abends im Garten waren, hörten wir sie laut feiern.

Eines guten Tages kamen zwei Offiziere zu uns in den Laden und wollten meinen Mann sprechen. Wir hatten sofort ein ungutes Gefühl. Mein Mann war früher ja einmal HJ-Führer gewesen. Da rechnete er schon mit dem Schlimmsten. Aber die Offiziere kamen in ganz anderer Absicht. Einer von ihnen sprach Deutsch und fragte meinen Mann: „Können Sie Torten backen? Wir liefern ihnen sämtliche Zutaten. Schreiben sie auf, was Sie brauchen.“ Gesagt, getan. Wir bekamen am anderen Tag alle Zutaten, die wir für die Torten brauchten. Da blieb natürlich einiges für uns übrig. Auch zum Kompensieren, denn damals war es schon so – gute Beziehungen und gute Kompensation, sonst kam man gar nicht mehr durch. Wir lieferten den Polen wirklich schöne Torten, bei denen sich mein Mann viel Mühe gegeben hat. Es waren ja auch die ersten Torten, die er nach langer Zeit mal wieder backen konnte.

Die Polen waren wohl zufrieden, denn es blieb nicht bei dieser einen Tortenlieferung. Die wollten laufend Torten und bezahlten sie mit amerikanischen Konserven. Da kam so ein kleiner Pole mit einem schweren Sack zu uns. Meine Schwiegermutter hatte aber Angst vor ihm und lief immer weg, wenn er kam. Der Pole aber ging ganz frech durch den Laden bis in die Küche. Dort entleerte er einfach seinen Sack auf dem Fußboden, dass man es laut scheppern hörte. Nun lagen auf dem Küchenboden die schönsten, die besten amerikanischen Konserven. Cornedbeef und was es alles leckeres gab. So viel, dass es für uns und unsere Leute reichte. Inzwischen hatten wir Erich Schohaus eingestellt, der vor dem Krieg als Meister bei Hauser gearbeitet hatte.

Jedenfalls die Polen bekamen ihre Torten, das war schon mal gut. Und dann ein bisschen später, hat mein Mann sogar Eis für sie gemacht. Dafür holten wir Eisstangen von Hülsemann in der Windstraße. Die wurden dann in die Eisbombe eingesetzt. Abends hat er noch die Eisbombe mit buntem Spintzucker schön verziert.

Wir hatten bald viel zu backen, aber viel zu wenige Briketts. Unsere Vorräte gingen schnell zu Neige und man bekam nichts nach. Da kamen die Torfbauern ins Spiel. Die wollten jetzt ihr Geschäft machen. Sie fragten natürlich zuerst, was wir zu kompensieren hätten. Man wurde sich wohl einig und so fuhr mein Mann morgens früh mit dem Fahrrad nach Adorf oder Georgsdorf und hat dort den Tag über Torf gestochen. Dafür bekam er etwas von dem fertigen und trockenen Torf, den dann Fuhrmann Wanning mit seinem LKW am anderen Tag abholte. Aber wir mussten den Torf bis 22 Uhr im Keller haben, wegen der Sperrstunde. Der Torf war gut, aber er flog nur so durch den Backofen. So war der Keller bald wieder leer. Wann wir dann wieder Briketts bekamen, weiß ich nicht mehr.

Die schwarzen Schweine von Schüttorf

Mein Sohn will ja unbedingt, dass ich noch von den schwarzen Schweinen erzähle. Damals wurde ja überall in Schüttorf schwarz geschlachtet. Natürlich musste man das heimlich machen. Eines Tages schrieb uns mein Schwager Ferdi aus russischer Gefangenschaft, er ist erst später nach zehn Jahren zurückgekommen, wir sollten doch einmal bei einer Suddendorfer Bauernfamilie Bescheid sagen, dass es ihrem Sohn den Verhältnissen entsprechend gut ginge. Der Sohn war auch in der Gefangenschaft und arbeitet da als Arzt. Mein Mann sagte sofort: „Da fahren wir hin“. Die haben sich riesig gefreut und man kam schnell ins Erzählen. Da hat mein Mann so nebenbei auch gesagt: „Och, wie wäre es denn mal, wir könnten ja auch wohl mal ein Schwein, wenn Sie das mal über haben…“ Die Bauern waren ja so froh, dass sie gute Nachricht von ihrem Sohn erhalten hatten, und brachten uns ein Schwein. Das war damals natürlich sehr gefährlich. Es wurde ja hart bestraft. Doch der Bauer hatte eine Idee. „Ja“, sagte er, „dat is ganz eenfach, wij kumt dor met de Kiste hen, met dat Schwien un dan mak i de Grüppen dor off un dann mak wij de Kiste dann hoch un dann löpp dat Schwien dor de Grüppe in´n Hoff“. Und im Hof sollte Herr Farwick schon bereitstehen. Der hat damals die Schweine geschlachtet.

Der Bauer kam dann spät abends mit einem Wagen und dem Schwein. Natürlich schauten wir uns um, ob jemand was bemerkte. Das Schwein war in einer Kiste, und die stellten wir vor die Grüppentür. Der Bauer zog den Deckel hoch, und das Schwein sprang aus der Kiste. Schwupps, weg war es. Alle Männer und unsere Gesellen liefen hinter dem Schwein her. Bei uns gegenüber war ja das Kaufhaus Busch, die hatten auch ein Lager. Da lief das Schwein hinein und dort konnten sie es wieder eingefangen. Mit einem Strick haben sie das Schwein hinter sich her bis in unseren Hof gezogen. Das Schwein ahnte wohl, was man mit ihm vorhatte und hat laut gequiekt. Aber wir hatten großes Glück. Niemand, auch nicht die Polizei, hat etwas davon mitgekommen. Aber die nächsten Schweine, die haben wir dann immer bei Onkel Ernst im Waldschlösschen schwarzen geschlachtet. Da waren wir sicherer.

Dann kam die Währungsreform und die Versorgung wurde schlagartig besser. Auf einmal gab es ja wieder alles. Aber die Mehlhändler hatten zuvor die Lieferungen ein bisschen herausgezögert. Das merkte man. Kurz vor der Währungsreform bekamen wir einfach kein Mehl. Die wollten waren, bis sie besseres Geld dafür bekamen. Das waren schlimme Wochen vor der Währungsreform. Ab und zu kam Herr Kessler aus Ohne und legte uns so ein Pfund Butter mal in die Küche.

Bäckerkunst ist schwere Arbeit

Die Arbeit in der Bäckerei war schon sehr schwer, allein das Schleppen der Mehlsäcke, und das meiste wurde mit der Hand gemacht. Es wurde ja jedes Brot abgewogen und mit der Hand aufgemacht. Maschinen kamen erst später, so in den 1950er Jahren. Da bekamen wir unsere erste Aufmachmaschine und dann eine Teigteilmaschine. Bis dahin wurden die Teige aus der Knetmaschine auf den Backtisch gehoben und dort per Hand in Brote eingeteilt. Das war sehr anstrengend.

 

1949 bekamen wir einen neuen Backofen. Der wurde aber mit Zucker bezahlt – das weiß ich noch ganz genau. Hülsemann hatte in der Windstraße ein Lager. Und als Schüttorf bombardiert wurde, wurde auch dieses sei Lager zerstört. Da kam Herr Hülsemann zu uns und fragte meinen Schwiegervater: „Wiss du Zucker hebben? Haalt uw denn Zucker weg, denn wödd natt bij uns“. Gesagt, getan. Und bald stand der Zucker von Hülsemann für besondere Fälle bei uns auf dem Mehlboden. Also diesen Zucker haben wir noch nach der Währungsreform als Kompensation für unseren neuen Backofen hergegeben.

Der Ofen wurde aus Düsseldorf geliefert. Die Lieferfirma hatte meinem Mann gesagt, es würde ein Ofenbauer aus Dorsten kommen, um die Ofen aufzustellen. Als dieser Ofenbauer zu uns kam, stellte sich heraus, dass er ein ganz junger Mann war. Da hat mein Mann bei der Lieferfirma angerufen, weil er befürchtete, das der Ofenbauer zu jung war und über keine Erfahrung verfügen würde. Ihm wurde aber gesagt, dass dieser junge Ofenbauer, Reiff hieß der, der Beste wäre, den sie im Augenblick hätten. Der Vater wäre auch Ofenbauer, also wir sollten ganz getrost sein.

Das Fundament für den Ofen mauerte die Firma Wessel. Herr Reif, der damals bei uns schlief, begutachtete das gemauerte Fundament. Dann wurde er furchtbar sauer und dann stieß das frisch gemauerte Fundament einfach um. In seinen Augen hatte der Maurer schlechte Arbeit gemacht. Er bestand darauf, dass das Fundament noch einmal gemauert werden sollte. Der junge Mann nahm seine Arbeit ganz genau. Pfusch kam für ihn niemals in Frage. Das Aufstellen und die Inbetriebnahme des neuen Ofens hat so um vier Wochen gedauert. Wir auch anschließend auch unsere Konditorei vergrößert. Dafür wurde ein ehemaliger Schweinestall umgebaut.

Dann kamen die ersten Wiederverkäufer für unsere Brote und Brötchen. Das waren unter anderem Niehaus, Engbers auf dem Kempersesch, Otto Mess und Kerkhoff in Quendorf, die haben sehr viel Brot gekauft. Herr Brinkmann fuhr ja auch mit dem Wagen rum und verkaufte unsere Backwaren. Insgesamt hatten wir zehn Verkaufsstellen. An die mussten wir unser Brot morgens schon ganz früh liefern. Wir hatten wohl einen Fahrer, aber manchmal bin ich morgens auch die Tour hingefahren. Dabei hatte ich noch nicht einmal einen Führerschein. Aber ich muss ja nun auch nicht alles erzählen.

Mit dem Goliath ging es nicht immer bergauf

Unser erstes Auto war ein Zweitakter. Ein Goliath aus Bremen, dass weiß ich noch wohl. Mein Mann hatte ja einen Führerschein von der Militärzeit her. Das Auto wurde Sonnabends geliefert. Da haben wir beschlossen, die Kinder am Sonntag zum Kinderheim nach Rothenfelde zu fahren. Also haben wir unseren Goliath mit den Kindern vollgepackt und ab ging es über die Landstraßen Richtung Rothenfelde. Aber am Schafsberg war erst mal Schluss mit Lustig. Das war nun der erste Tag mit dem neuen Auto, und mein Mann kannte sich noch nicht mit der Schaltung aus. Er hatte wohl nicht den richtigen Gang eingelegt oder wir waren zu schwer für den Goliath. Jedenfalls rollte der am Schafsberg auf einmal zurück. Da mussten alle Beifahrer aussteigen und zu Fuß den Berg hinauf gehen. Leer hat der Goliath auch den Berg geschafft. Oben sind dann alle wieder eingestiegen und wir haben ohne weitere Zwischenfälle Rothenfelde erreicht.

Man ging ins Cafè – nur nicht in Schüttorf

Wir hatten ein großes Haus, und oben viele Zimmer. Weil wir als Bäcker schon sehr früh auf den Beinen sein mussten, haben bei uns im Haus auch viele unserer Gesellen und die meisten Lehrlinge geschlafen. Auch unser Konditormeister schlief bei uns, genauso wie das Hausmädchen und ein Fahrer. Sie hatten alle ganz kleine Zimmer. Die Leute, die bei uns geschlafen haben, die haben auch bei uns gegessen. Dann saßen schon mal 15 Leute am Tisch. Wir haben auch immer an unserem Haus etwas verändert oder modernisiert. Zum Beispiel als die Kanalisation kam. Da musste man ja alles aufbrechen. Da haben wir in der Bäckerei gleich einen neuen Fußboden verlegt und andere notwendige Reparaturen gemacht. Aber das Haus blieb eigentlich unverändert. Es kam zwar noch die Backstube und die Konditorei dazu. Ja, im Großen und Ganzen bleib es eigentlich erhalten. Später bekamen wir auch eine Zentralheizung. Bis dahin hatten wir mit Kachelöfen geheizt. Und wir haben das ganze Café zum Kühlhaus umgebaut. Wir hatten zwar einen kalten Keller, aber für Sahnegebäck und so reichte der nicht. Und es gab damals ja noch keine Kühlschränke oder Kühltheken. Die kamen erst in den 1950er Jahren.

 

Café und Bäckerei Lindemann

 

Das mit dem Café war zwar schade. Aber ein Café zu betreiben, das hat sich in Schüttorf einfach nicht gelohnt. Meine Schwiegereltern hatten damals in ihrem Café richtig schöne Cafémöbel Und Sonntags war sogar Konzert und Tanz. Die Löhnberg-Jungs haben immer in unserem Café gespielt. Einer auf dem Klavier, der andere auf der Geige. Das kostete sogar Eintritt. Aber rentiert hat sich der Cafébetrieb in Schüttorf nie. Auch dann nicht, als wir Ende der 1950er Jahre neue Möbel und Lampen gekauft und alles ganz wunderbar eingerichtet haben. Aber für die Schüttorfer war das nichts, Sie sind einfach nicht gekommen.

Wenn wir etwas im Laden umgebaut hatten, mussten wir ja den Laden schließen. Dann haben wir einen Verkaufswagen, das war eigentlich ein Kirmeswagen, auf den Kirchplatz gestellt. Und da ging der Verkauf weiter.

Eine Filiale in Korea

Auf Drängen der Stadt haben wir einmal einen kleinen Kiosk in der Siedlung „Korea“ gebaut. Die Stadt hatte uns da ein Grundstück zu einem sehr günstigen Preis angeboten, nicht ganz für 5,00 DM den Quadratmeter. Aber mit Auflage ein zweistöckiges Haus da zu bauen. Oben eine Wohnung, unter ein Laden mit 41 qm, größer durfte der nicht sein, und daneben noch eine kleine Wohnung mit 35 qm. Das Haus haben wir dann gebaut. In die obere Wohnung zog der lutherische Pastor Lessing mit seiner Frau ein. 1970 hatte Natzke den Laden übernommen.

 

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